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Carmo de Minas –
Eine Kaffeereise nach Brasilien

Reisebericht

 

Brasilien – das Land der Fußballgötter, des Regenwaldes und des Kaffees. Seit über 150 Jahren ist Brasilien der weltweit führende Kaffeeproduzent. Eine einwöchige Reise der SCA Italy (Specialty Coffee Association) führt uns in den Südosten des Landes – nach Carmo de Minas, einen wahren Kaffee-Hotspot inmitten der grünen Hügel der Mantiqueira-Berge. Unsere Mission: nachhaltig und fair produzierte Spezialitätenkaffees direkt von brasilianischen Kaffeebauern beziehen.

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Samstag, den 5. Juli 2025

 

Es geht los, ab nach Brasilien!
Unsere Reise startet in Völs. Mit dabei sind Valentin, der Inhaber von Caroma, Lea, die Junior-Chefin, und Roland, unser Experte für Einkauf und Controlling. Organisiert wird die Reise von Francesca Bieker, Education Coordinator der SCA Italy. Mit im Gepäck: ein Franzose und acht italienische Kaffee-Nerds.

Von Mailand aus geht es per Direktflug nach São Paulo – eine der größten Städte der Welt. Der Flug dauert rund 12 Stunden. Die Zeitverschiebung von fünf Stunden zwischen Brasilien und Mitteleuropa macht sich bemerkbar, und so fallen wir am Abend müde ins Bett unseres Flughafenhotels. Die Vorfreude auf den ersten richtigen Tag in Brasilien bleibt dennoch groß.

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Sonntag, den 6. Juli 2025

 

10 bekannte und weniger bekannte Gesichter lächeln uns schon beim Frühstück entgegen. Gleich geht’s für uns alle in einem kleinen Bus weiter, nach Carmo de Minas, unserem eigentlichen Ziel und einem echten Hotspot für Specialty Coffee.

Wir lassen São Paulo hinter uns, den dichten Verkehr, die Hochhäuser, den Smog. Die Straßen werden leerer, es wird grüner, die Luft frischer. Links und rechts tauchen Hügel, Weiden und kleine Dörfer auf. Nach der 5-stündigen Fahrt kommen wir dann endlich in Carmo de Minas an. Das Hotel São Lucas wird unsere Unterkunft für die nächsten Nächte sein. Nach dem Check-in bleibt uns kurz Zeit zum Ausruhen, bevor wir am Abend zu unseren Gastgebern Victor und Maria Morassi fahren. Victor ist Italiener, Maria Brasilianerin. Sie besitzt eine Finca, er ist Exporteur von Spezialitätenkaffee.

Bei typisch brasilianischem Essen und erfrischenden Caipirinhas erzählt uns das Paar vom Leben vor Ort. Mit einer Lage auf etwa 1.200 Metern Höhe, mildem Klima und fruchtbaren Böden bietet die Gegend ideale Bedingungen für den Anbau von hochwertigem Specialty Coffee.

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Montag, den 7. Juli 2025

 

Wir stehen früh auf, heute beginnt unser erster Besuch auf einer Finca: der Ondas de Mantiqueira. Die Nacht war sehr kalt, und selbst am Morgen brauchen wir noch Pullover und Regenjacken, von Juni bis August ist in Brasilien schließlich Winter. Wir verlassen das Hotel und biegen nach wenigen Minuten von der normalen Landstraße ab. Über hügelige, rote Sandstraßen geht es weiter zur Fazenda.

Vor uns liegt eine 50 Hektar große, wunderschöne Farm mitten in den Hügeln. Valentin hat schon ein paar Kaffeereisen hinter sich, für Roland und Lea ist es allerdings der erste Kontakt mit einer lokalen Finca. Deshalb ist das ein ganz besonderer Moment. Zuerst sehen wir uns den Patio an, den großen, offenen Platz draußen, wo der Kaffee traditionell getrocknet wird. Dabei erhalten wir einen Einblick in die verschiedenen Aufbereitungsmethoden. Anschließend geht es weiter durch die neu bepflanzten Kaffeeplantagen. Wir befinden uns auf einer Höhe von 1050 bis 1350 Metern, also ideal für hochwertigen Arabica-Anbau.

Das Highlight dieses Tages: Sonnenuntergang auf dem höchsten Punkt der Kaffeeplantage. Dazu filtern wir passend leckeren Filterkaffee. Ein einmaliges Erlebnis!

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Dienstag, den 8. Juli 2025

 

Der nächste Tag, eine andere Finca! Früh am Morgen brechen wir zur Fazenda do Engenho auf. Sie ist deutlich größer als die gestrige: Von insgesamt 240 Hektar Fläche werden 70 Hektar für den Kaffeeanbau genutzt. Die Besitzer sind Marias Cousins.

Wir werden herzlich mit einem leckeren Frühstück empfangen. Es gibt süße Spezialitäten und natürlich ausgezeichneten Filterkaffee. Gestärkt geht es anschließend weiter hinein in die Plantagen. Wir beginnen in den Aufzuchtfeldern, gehen über schön angelegte Kaffeeplantagen, ernten Kaffeekirschen und schauen Arbeitern bei der Ernte zu.

Nach einem erneut hervorragenden Mittagessen besuchen wir Marias eigene Finca, die Fazenda Condado.Ihr Bruder Pedro führt uns durch die Anlage und erklärt uns die verschiedenen Maschinen und Geräte. Am späten Nachmittag fahren wir gemeinsam auf die Plantage, um beim Abwiegen der Tagesernte dabei zu sein. Wir sind über den Lohn der Arbeiter erstaunt. Der beste Pflüger verdient um die 1.500 Euro im Monat.

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Mittwoch, den 9. Juli 2025

 

Die Fazenda JR ist die nächste Finca, die wir uns anschauen. Die Besitzer, zwei ältere Herren, warten morgens schon gutgelaunt vor der Fazenda. Wir kriegen auch hier wieder eine ganze Führung durch die Anlage und sind anschließend dann bei der Verarbeitung der Kaffeekirschen dabei. Die Fazenda umfasst rund 200 Hektar, von denen etwa 30 Hektar gezielt für den Anbau von Specialty Coffee genutzt werden. Die beiden Landwirte sind sichtlich stolz auf ihre Fazenda JR, nicht nur wegen der Qualität ihres Kaffees, sondern auch, weil ihnen Umweltschutz und nachhaltige Bewirtschaftung besonders am Herzen liegen. Wenn es sich bei den Männern gerade nicht um Kaffee dreht, betreiben sie nebenbei auch noch eine Ziegelfabrik. Weiter geht es zurück zu Marias Fazenda, wo ihre Mutter uns mit einem leckeren Mittagessen verwöhnt, einer typischen „Feijoada“, einem Bohnengericht.

Mit vollen Bäuchen machen wir uns anschließend auf den Weg zu einer sehr bekannten, mehrfach ausgezeichneten Farm: der Sítio da Torre. Die Farm liegt auf bis zu 1300 Metern Höhe und bietet einen einzigartigen Blick über die Kaffeehügel und Carmo de Minas. Auf den gut 60 Hektar werden rund 13 verschiedene Varietäten angebaut, darunter exklusive und hochwertige Sorten wie die Geisha. Am Abend bleiben wir auf der Farm und feiern bei einem typisch brasilianischen Barbecue den Geburtstag von Angelo, einem Mitglied unserer Gruppe. Der Besitzer und sein Sohn feiern mit uns, schenken fleißig Cachaça, Zuckerrohrschnaps, nach.

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Donnerstag, den 10. Juli 2025

 

Um 7 Uhr klingelt unser Wecker, die Heizung in unseren Hotelzimmern läuft wie jeden Tag auf Hochtouren, es ist kalt. Bald geht es los zu unserem nächsten wichtigen Ziel: der Kooperative Cocarive. (Cooperativa Regional dos Cafeicultores do Vale do Rio Verde). Sie wurde 1961 gegründet und zählt heute 1500 Mitglieder.Die Kooperative exportiert den Kaffee ihrer Mitglieder in viele Länder rund um den Globus und gilt als eine treibende Kraft im brasilianischen Specialty-Coffee-Bereich. Im Laufe der Zeit wurden ihre Kaffees mehrfach mit dem Cup of Excellence ausgezeichnet, was für die herausragende Qualität ihrer Produkte spricht. Das Besondere an dieser Kooperative ist, dass die Kaffeemengen der einzelnen Produzenten nicht vermischt werden, sondern separat erhältlich und vollständig rückverfolgbar sind. Mit Mundschutz und Warnweste betreten wir das Gelände, es ist richtig laut und lebhaft, die Maschinen und Menschen arbeiten auf Hochtouren. Neue Kaffeelieferungen werden angenommen und geprüft, Kaffees selektiert, das Gute vom weniger Guten getrennt, Jutesäcke gefüllt und die Bohnen für den weiteren Prozess vorbereitet. Wir bekommen eine Tour durch die ganze Kooperative, besuchen dann deren Cocarive-Lab, wo wir Kaffee von verschiedenen Bauern probieren dürfen. Einer davon überzeugt uns besonders; schokoladig, nussig im Geschmack, rund und mit vollem Körper, eine wahre Aromaexplosion. Die Reise hat sich gelohnt, wir sind fündig geworden, wir werden den Kaffee bei Victor und der Kooperative Cocarive bestellen.

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Freitag, den 11. Juli 2025

 

Fast schon ein bisschen traurig stehen wir an diesem Morgen auf, es ist der letzte richtige Tag in Carmo de Minas. Heute besuchen wir noch einmal zwei Fincas, darunter die größte dieser Woche: die Fazenda Baixadão. Den „Jeff Bezos“ unter den Bauern nennen wir den Besitzer Afonso liebevoll. Sein Land ist 500 Hektar groß, davon sind 70 mit Kaffee bepflanzt. 30 Arbeiter sind fest angestellt, zu Erntezeiten sind es auch mal bis zu 70.

Sehr stolz und mit einem breiten Grinsen zeigt der Bauer uns einen Raum voller Auszeichnungen. Beim begehrten Cup of Excellence, dem renommiertesten Qualitätswettbewerb für Spezialitätenkaffee weltweit, erreichte er einmal sogar beeindruckende 95,18 Punkte. Und das ist wirklich spitze!

Am Abend laden Maria und Victor noch ein letztes Mal zum Essen ein. Dazu werden wir musikalisch unterhalten, wir lachen, blicken auf die Woche zurück und verabschieden uns von den beiden mit der ein- oder anderen Träne im Auge.

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Samstag, den 12. Juli 2025

 

Obrigados, Brasil! Es heißt Abschied nehmen. Die Kälte wird uns zwar nicht fehlen, aber die brasilianische Landschaft und die Menschen sehr wohl! Fünf Stunden Fahrt liegen vor uns bis zum Flughafen von São Paulo.
Während der Fahrt lassen wir die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Kaffee kennen wir in Südtirol nur von Bildern. Doch mitten drin zu sein, die Kaffeepflanzen zu sehen und zu fühlen, die fermentierten Bohnen zu riechen und mit den Profis zu reden, hat uns den Wert des Kaffees neu begreifen lassen.
Wir freuen uns bereits auf die erste Anlieferung direkt aus Brasilien! Das war bestimmt nicht unsere letzte Reise.

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